Planetware

Die Welt der Schwingungen


Umherschweifende Lichtgestalten

Sonnenuntergang

Am blauen Himmel nähert sich die Sonne dem Horizont ... und geht unter ... scheinbar, denn genau genommen dreht sich der Erdhorizont von ihr weg. Es wird dunkel, Sterne werden sichtbar, die Nacht für Nacht zu immer gleichen Bildern fix gruppiert sind. Nach einigen Nächten sind ein paar, zwischen den Fixsternen wandernde, Planeten zu erkennen. Wie der Planet Erde, von dem aus wir beobachten, umrunden auch sie die Sonne.

Das Wort Planet geht zurück auf griechisch πλανήτης planētēs ‚Wanderer‘ bzw. ‚umherschweifend‘ zu πλανάομαι planáomai, das auf Deutsch ‚umherirren, umherschweifen, abschweifen‘ bedeutet und sich im Altgriechischen auf eine Herde bezog, die sich über die Weide ausbreitet. Daher wurden Planeten früher auch eingedeutscht als Wandelsterne bezeichnet, im Sinne von ‚umherschweifende‘ bzw. ‚wandernde‘ Lichtgestalten am Himmel.“ (Wikipedia)

Alle Planeten umrunden die Sonne wie auf einer Schallplatte auf fast einer Ebene. Daher sind sie beizeiten nachts auf der gleichen Bahn wie tagsüber die Sonne zu sehen. Sie gehen durch die Erdrotation täglich im Osten auf und über den Süden gleitend im Westen unter. Die am Sternenhimmel umherziehenden Planeten befinden sich dabei jeden Tag ein Stück weiter in östlicher Richtung. Relativ zu den Fixsternen wandern sie entgegengesetzt der Richtung ihres täglichen Fluges über den Himmel.

Merkur
Merkur

Venus
Venus

Mars
Mars

Jupiter
jupiter

Saturn
Saturn

Uranus
Uranus

Neptun
Neptun

Pluto
Pluto

Merkur
Von der Erde aus sind mit freiem Auge bis zu fünf dieser Sternenwanderer zu sehen. Nur sehr selten ist der Planet Merkur mit freiem Auge sichtbar, weil er der Sonne so nahe ist. Nur wenn er nahe dem maximalen Winkelabstand von 28° zur Sonne ist, zeigt er sich kurz vor Sonnenaufgang am östlichen Horizont, oder im Westen nur kurz nach Sonnenuntergang.

Venus
Innerhalb der Erdbahn umrundet auch unser Nachbarplanet Venus die Sonne. Von der Erde aus betrachtet ist sie von der Sonne nie weiter als 47° entfernt. Sie ist entweder im Osten als Morgenstern oder im Westen als Abendstern zu beobachten und nie gegen Mitternacht.

Eine Besonderheit der Venus ist die Figur, die sie innerhalb von acht Jahren in den Himmel zeichnet. Da sie mit einer Periode von 0,615 Jahren ziemlich genau im Goldenen Schnitt zum Erdenjahr die Sonne umrundet, gleicht ihre scheinbare Bahnfigur einer fünfblättrigen Blüte. Mehr
dazu unter Venustransite auf Seite 25.

Mars
Unser Heimatplanet Erde ist der dritte im Sonnensystem. Als vierter Planet und äußerer Nachbar der Erde kreist der Mars um die Sonne. Befindet er sich im Tierkreis gegenüber der Sonne, geht er (wie der Vollmond) bei Sonnenuntergang im Osten auf und ist dann die ganze Nacht am Himmel sichtbar. Gleiches gilt für alle weiteren Planeten.

Jupiter
Die nächst weitere Umlaufbahn hat Jupiter. Er ist der größte Planet und fünfmal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Am irdischen Nachthimmel leuchtet er am hellsten von allen Wandelsternen.

Saturn
Der zweitgrößte Planet Saturn ist vor allem durch seinen schon mit kleinem Fernrohr sichtbaren Ring bekannt. Er umrundet die Sonne in einer Entfernung von ca. 10 AE (Astronomische Einheit) Jahrtausende galt Saturn als äußerster Wandelstern, bis im 18. Jahrhundert weitere Planeten entdeckt wurden.

Uranus
1781 entdeckte Sir Friedrich Wilhelm Herschel mit einem selbst gebauten Teleskop den Planeten Uranus. Er ist 20-mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Freiäugig ist er nur unter besonders günstigen Umständen sichtbar (mit einer gerade noch erkennbaren Helligkeit der 6. Größe — alle anderen sichtbaren Planeten haben eine scheinbare Helligkeit von mindestens 1. Größe).

Neptun
Aus Dellen in der Bahn des Uranus berechnete 1846 der Mathematiker Urbain Le Verrier, dass ein weiterer Planet die Sonne umrunden müsse. Tatsächlich entdeckte der Astronom Johann Gottfried Galle daraufhin den Neptun, 30 AE von der Sonne entfernt.

Pluto
Erst 1930 wurde Pluto entdeckt. Nur etwa ein Drittel so groß wie der Erdmond umrundet er auf einer sehr exzentrischen Bahn in ca. 40 AE Entfernung die Sonne. Seit 2006 wird er als „Zwergplanet“ eingestuft

Kleinplaneten
Seit Plutos Entdeckung werden immer mehr kleine Körper jenseits des Neptuns gefunden, weshalb die Internationale Astronomische Union (IAU) 2006 eine präzisere Definition des Begriffs Planet formulierte. Dementsprechend muß ein Planet durch eigene Schwerkraft annähernd rund sein und einen Stern (die Sonne) umrunden, ohne ein Mond zu sein. Zudem muß er die Umgebung seiner eigenen Umlaufbahn von anderen Objekten bereinigt haben. Ein Zwergplanet hat außer der letztgenannten die gleichen Eigenschaften. Nach dieser Definition wird Pluto als solcher eingestuft und Neptun gilt nun als äußester Planet der Sonne.

Andere die Sonne umrundende Weltraumköper sind Kleinplaneten, auch Planetoiden genannt. Dazu zählen die Asteroiden, Trojaner, Zentauren und die Transneptunischen Objekte im Kuipergürtel. Bis 2019 wurden 794832 Kleinplaneten entdeckt.

Die Stimmdaten von gut 100 solcher Kleinplaneten sind auf planetware.de in einem PDF gelistet.

Kometen und Meteoriden sind Weltraumkörper die ebenfalls im Sonnensystem umherschweifen.

Mond Erde Pluto

Monde
Viele Planeten werden selbst von einem oder mehreren Trabanten umrundet. Merkur und Venus haben keinen Mond, die Erde hat einen, der Mars zwei, Jupiter 79, Saturn 83. Manche sind groß genug, dass sie schon mit einem kleinen Teleskop zu sehen sind. Der Uranus hat 27, der Neptun 14 und auch der kleine Pluto hat 5 Monde.


CC BY-NC-SA 4.0 Von Fritz Dobretzberger lizensiert unter CC BY-NC-SA 4.0
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